Celina Kress "Adolf Sommerfeld/Andrew Sommerfield. Bauen für Berlin 1910 - 1970"

Adolf Som­mer­feld/And­r­ew Som­mer­field. Bau­en für Ber­lin 1910 - 1970

von Ce­li­na Kress

Vor ge­nau 100 Jah­ren grün­de­te der Ber­li­ner Bau­un­ter­neh­mer, Holz­großh­änd­ler und Stadt­ent­wick­ler Adolf Som­mer­feld sei­ne ers­te Fir­ma. Im sel­ben Jahr fand die All­ge­mei­ne Städ­te­bau-Aus­stel­lung Ber­lin statt, auf wel­cher die Er­geb­nis­se des ge­ra­de ent­schie­de­nen Wett­be­werbs Groß-Ber­lin der brei­ten Öf­f­ent­lich­keit prä­sen­tiert wur­den. Und eben­falls 1910 star­te­te Wal­ter Gro­pi­us, der spä­te­re Grün­der des Bau­hau­ses in Wei­mar, sei­ne Kar­rie­re als selb­stän­di­ger Ar­chi­tekt in Ber­lin. Das Buch be­sch­reibt die en­ge Ver­bin­dung der drei Er­eig­nis­se und macht ih­re Be­deu­tung für die Groß­stadt-Ent­wick­lung Ber­lins in der ers­ten Hälf­te des 20. Jahr­hun­dert sicht­bar. Im Mit­tel­punkt ste­hen die Pla­nung und Ent­wick­lung der städ­te­bau­li­chen Groß-Pro­jek­te Adolf Som­mer­felds und die en­ge per­sön­lich-pro­fes­sio­nel­le Be­zie­hung des Bau­un­ter­neh­mers zu Wal­ter Gro­pi­us und des­sen Ide­en.
Adolf Som­mer­feld rea­li­sier­te wäh­rend der Wei­ma­rer Re­pu­b­lik ver­schie­de­ne Groß­bau­ten im Zen­trum Ber­lins und ent­wi­ckel­te die "Wald­sied­lung On­kel-Toms-Hüt­te" in Ber­lin-Zeh­len­dorf so­wie die "Bür­ger­haus­sied­lung" in Klein­mach­now. Da­bei ar­bei­te­te er im­mer mit nam­haf­ten Ar­chi­tek­ten der Ber­li­ner Mo­der­ne zu­sam­men, un­ter ih­nen Bru­no Taut, Ot­to Ru­dolf Sal­vis­berg, Os­kar Kauf­mann, Erich Men­del­sohn und Ri­chard Neu­t­ra. Zu­g­leich pf­leg­te der Un­ter­neh­mer en­ge Kon­tak­te zu Po­li­ti­kern wie Ot­to Braun, Ernst Reu­ter und Mar­tin Wag­ner. Ihr ge­mein­sa­mes Ziel war ganz im Sin­ne des Wett­be­werbs von 1910 die in­fra­struk­tu­rel­le und bau­li­che Ent­wick­lung der Ber­li­ner Pe­ri­phe­rie als Ort der Mo­der­ne und der Me­tro­pol­ent­wick­lung.
Die Na­zi­herr­schaft be­rei­te­te der Kar­rie­re des in­no­va­ti­ven und pro­fi­lier­ten Bau­un­ter­neh­mers in Ber­lin ein jäh­es En­de. Be­reits im Früh­jahr 1933 wur­de Som­mer­feld mit sei­ner Fa­mi­lie aus Deut­sch­land ver­trie­ben. Sei­nes pri­va­ten und ge­sam­ten Fir­men­ver­mö­gens in Deut­sch­land be­raubt, setz­te er sei­ne Tä­tig­keit im Bau­we­sen un­ter schwie­ri­gen Be­din­gun­gen im Exil in Pa­läs­t­i­na und En­g­land fort. Nach dem Krieg kehr­te er un­ter dem in En­g­land an­ge­nom­me­nen Na­men And­r­ew Som­mer­field nach Deut­sch­land zu­rück. Mit sei­nen müh­sam zu­rü­ck­er­hal­te­nen Bau­fir­men war er auch am Wie­der­auf­bau in Ber­lin be­tei­ligt.
Über die gro­ßen his­to­ri­schen Brüche der ers­ten Jahr­hun­dert­hälf­te hin­weg bie­tet die fas­zi­nie­ren­de Per­sön­lich­keit des Bau­un­ter­neh­mers Som­mer­feld sig­ni­fi­kan­te und auf­schluss­rei­che Ein­bli­cke in die wech­sel­vol­le bau­li­che und ge­sell­schaft­li­che Ent­wick­lung der Me­tro­po­le Ber­lin im 20. Jahr­hun­dert.

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Pro­dukt­da­ten

Adolf Som­mer­feld/And­r­ew Som­mer­field. Bau­en für Ber­lin 1910 - 1970

Ce­li­na Kress

Lu­kas

2011

978-3-86732-081-8

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